
DO 01.07.2027, 19.30 UHR I SOUND PORT FRANKFURT
FR 02.07.2027, 19.00 UHR I MÜNCHEN, BERGSON KUNSTKRAFTWERK
SA 03.07.2027, 18.00 UHR I KONZERTHAUS BLAIBACH
WEITERE TERMINE WERDEN BEKANNT GEGEBEN
PROGRAMM
Ludwig van Beethoven
Septett in Es-Dur, op. 20 (1799)
(Sätze 1, 3 und 4)
Louise Farrenc
Nonett Es-Dur, op. 38 (1849)
Bohuslav Martinů
Nonett Nr. 2 H 374 (1959)
Mitglieder der Jungen Deutschen Philharmonie
John Storgårds, Primarius
Pastoralis – ein Wort, das sofort Landschaftsbilder weckt: weite Ebenen, ein sanftes Licht, das über Wiesen streicht, der Atem einer noch unberührten Natur. Bei unserem Kammer_Spiel dient der Begriff als gedanklicher Faden, der drei Werke miteinander verbindet, die jeweils auf ihre eigene Weise ländliche Ruhe, menschliche Nähe und den warmen Klang der Kammermusik entfalten. Wir verstehen unter dem Begriff des Pastoralen nicht bloß Naturidylle, sondern eine Haltung des Hörens, eine Offenheit gegenüber Klangräumen, die Ruhe, Maß und Menschlichkeit ausstrahlen. In ihren unterschiedlichen Sprachen führen Beethoven, Martinů und Farrenc zu einem gemeinsamen Punkt: der Idee einer Musik, die die Welt größer macht, indem sie uns für das Wesentliche empfänglich macht.
Während sonst unsere Kammermusikprojekte allein von Mitgliedern des Orchesters bestritten werden, begleitet uns diesmal unser neuer Erster Dirigent und Künstlerischer Berater John Storgårds als Coach bei der Vorbereitung, aber auch als Primarius an der 1. Violine. WieUnd wie bei jedem unserer Kammer_Spiele moderieren auch dieses Konzert die Musiker:innen selbst und verraten musikalische Hintergründe und ihren persönlichen Zugang zu den Werken.
Ludwig van Beethovens Septett op. 20 steht an den Enden dieses Fadens. Es ist kein pastorales Werk im engeren Sinne, doch seine unbeschwerte Heiterkeit, der freie Atem der Melodien und die volkstümlichen Anklänge lassen eine Welt aufscheinen, die der Natur sehr nahe ist. Beethoven zeichnet ein musikalisches Terrain, in dem Eleganz und Bodenständigkeit sich begegnen – ein idealisiertes, beinahe arkadisches Klangbild.
Bohuslav Martinů öffnet mit seinem zweiten Nonett eine andere Form von Pastorale. Hier mischen sich Volksmotive mit moderner Klarheit und rhythmischer Beweglichkeit. Die Musik hat etwas Wanderndes, als folge sie einem Weg durch eine Landschaft, die vertraut wirkt und doch immer wieder neue Farben zeigt.
Louise Farrenc schließlich legt mit ihrem Nonett op. 38 eine Art urbane Pastorale vor: kein ländliches Szenario, sondern eine innere Landschaft. Ihre Musik trägt Wärme, Klarheit und eine freie, atmende Struktur in sich: eine pastorale Harmonie des Gleichgewichts.
Lena Uebelhör, Programmausschuss