
FR 12.02.2027, 19.00 UHR I OFFENBACH, FRANZÖSISCH-REFORMIERTE KIRCHE
SA 13.02.2027, 19.30 UHR I FRANKFURT, ROMANFABRIK
SO 14.02.2027, 17.00 UHR I HANAU, AJOKI
WEITERE TERMINE WERDEN BEKANNT GEGEBEN
PROGRAMM
Maurice Ravel
Introduction et Allegro (1906)
Toru Takemitsu
Towards the Sea III (1981)
Lili Boulanger
Reflets (1911)
Nadia Boulanger
Versailles (1911)
Bernard Herrmann
Clarinett Quintet - Souvenir du Voyage (1967)
Mel Bonis
Scènes de la forêt (1928)
Mitglieder der Jungen Deutschen Philharmonie
Komorebi ist ein japanisches Wort für das visuelle Spiel von Licht und Schatten, wenn Sonnenstrahlen durch die Blätter eines Baumes fallen. Musik kann ähnliche Eindrücke und Emotionen akustisch erfahrbar machen: Sie bildet nicht die äußere Wirklichkeit ab, sondern das, was wir in ihr wahrnehmen – Stimmungen, Licht, Bewegung. Auch der Impressionismus stellt sich diesem künstlerischen Anliegen: nicht die Welt möglichst realistisch darzustellen, sondern deren Wirkung auf uns Menschen. Im Zentrum dieses Programms stehen daher Eindrücke – insbesondere im Spannungsfeld der Fragen, wie Musik Bilder erzeugt und wie Musik aus Bildern entsteht.
Maurice Ravel gilt als einer der bedeutendsten Vertreter des musikalischen Impressionismus und eröffnet das Programm mit der schillernden Klangwelt seiner Introduction et Allegro und ihrem sinnlichen Gestus.
Die Musik von Toru Takemitsu ist tief von Naturerfahrungen geprägt. In Toward the Sea entfaltet sich eine besondere Klangwelt, inspiriert von der kompositorischen Sprache seines Lehrers Olivier Messiaen und zugleich getragen von einer ganz eigenen, poetischen Ausdrucksweise.
Auch die Schwestern Lili und Nadia Boulanger eröffnen Perspektiven auf das Zusammenspiel von Klang und Vorstellung. In ihren Duetten vertonen sie Texte ihrer Zeitgenossen Maurice Maeterlinck und Albert Samain, mit dem sie eine Freundschaft verband.
Einen besonderen Kontrast setzt der US-amerikanische Komponist Bernard Herrmann, bekannt für seine Filmmusiken zu den Hitchcock-Filmen: Seine Musik entsteht aus Bildern, aus Bewegung – hier werden „motion pictures“ zu Klang gebracht.
Den Abschluss bilden die Scènes de la forêt der französischen Komponistin Mélanie Bonis, die sich als Komponistin das geschlechtsneutrale Pseudonym „Mel Bonis“ gab, um in der männerdominierten Musikwelt ernst genommen zu werden. Sie greift musikalisch das Bild des Waldes und den Gedanken von „Komorebi“ auf poetische Weise auf.
Wie in unserem Format Kammer_Spiel üblich, moderieren die Musiker:innen selbst das Programm und eröffnen mit persönlichen Bezügen neue Zugänge zu den Werken.
Steije Maurer, Programmausschuss
Gefördert von:

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