WEBSITE henze hundert

SA 05.09.2026, 21.00 UHR I KAMMERMUSIKSAAL DER BERLINER PHILHARMONIE, MUSIKFEST BERLIN

PROGRAMM

Hans Werner Henze (1926-2012)
Notturno (1995)
Serenade für Blasinstrumente, Kontrabass und Klavier

Musen Siziliens (1966)
Konzert für Chor, zwei Klaviere, Bläser und Pauken 

Johannes Brahms (1833-1897)
Liebeslieder-Walzer op. 52 (1868)
Walzer für vier Singstimmen und Klavier zu vier Händen

 

GrauSchumacher Piano Duo
Mitglieder der Jungen Deutschen Philharmonie
RIAS Kammerchor Berlin 
Gregor Meyer, Leitung
 
 
Der RIAS Kammerchor Berlin würdigt dieses Jubiläum mit einem Sonderkonzert im Rahmen des Musikfests Berlin und bringt dabei ein Werk Henzes zur Aufführung, das ebenfalls ein Jubiläum feiert: Musen Siziliens für gemischten Chor, zwei Klaviere, Bläser und Pauken wurde vor genau 60 Jahren von der Sing-Akademie und dem Radio-Sinfonie-Orchester Berlin, dem Vorgänger des Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, während der Berliner Festwochen 1966 uraufgeführt. Es handelt sich um eine klingende Hommage an Henzes Wahlheimat Italien, wo er sich seit 1953 – zunächst auf Ischia, dann in Neapel und schließlich in Marino bei Rom – niedergelassen hatte. Der Titel und der vertonte Text stammen aus den Eklogen des römischen Dichters Vergil, einer Sammlung von Hirtengedichten. Henze schrieb selbst zu seiner Auswahl: „Meine sizilianischen Musen sind für Hirten, Bauern, fahrendes Volk und Arbeiter. Sie singen im Tanzschritt der Siciliana von Sonne und Kälte, von der schwerblütigen Vegetation ihres Landes, Trauriges und Lustiges von Liebe.“
Und wirklich vertont Henze die Textfragmente in einer wunderbaren Leichtigkeit, von der er sagte, sie solle allen Ausführenden und Zuhörenden vor allem „Spaß machen“. Und wenn schon von der Liebe gesungen wird, fügt der RIAS Kammerchor zu Henzes Musen Siziliens noch die herrlichen Liebeslieder-Walzer op. 52 von Johannes Brahms hinzu. Die zugrundeliegenden Texte hat Georg Friedrich Daumer aus internationalen Volkslieddichtungen zusammengestellt. Brahms hat sie in unnachahmlicher Weise für Chor und Klavier vierhändig gesetzt, durchgehend geprägt vom Walzer - beziehungsweise Ländlerrhythmus. Auch hier ist eine Äußerung des Komponisten überliefert: „Übrigens möchte ich doch riskieren, ein Esel zu heißen, wenn unsere Liebeslieder nicht einigen Leuten Freude machen.“ Ist Brahms jemals als Esel bezeichnet worden? Wohl kaum.
Eröffnet wird das Konzert von Henzes kammermusikalischem Instrumentalwerk Notturno. Eine Serenade, das lyrische, beinah schwebende Klangflächen mit moderner Tonsprache verbindet.
 
RIAS Kammerchor Berlin